Der letzte Weg für Luna

Meine kleine Teddyhamster Dame Luna, die ich bis heute noch tief in meinem Herzen trage hat sich im letzten Juli dazu entschlossen ihre letzte Reise zu gehen.

Es ist nicht immer leicht unsere Lieben auf dieser Reise zu begleiten. Für mich war es eine sehr schmerzhafte Erfahrung und zugleich auch ein Geschenk ihr diese Ehre erweisen zu dürfen und heute bin ich ihr für das lehren in die Sterbegleitung mehr als dankbar.

Als ich bemerkte das meine fiffige Hamsterdame immer wackliger auf den Beinen wird, wurde mir sehr schnell klar, das ihre Zeit bald kommen wird. Leider hatte sie zu diesem Zeitpunkt noch einen Milbenbefall, der die kleinen Fellnasen aufgrund das man das komplette Gehege reinigen muss noch zusätzlich stresst. Natürlich war meine Maus sehr gelassen und hat es gut weg gesteckt, ich nutzte die Chance ihr das Gehege im gleichen Zuge altergerecht einzurichten.

Als meine kleine zunehmend weniger gefressen hatte und sie immer dünner wurde, habe ich ihr Babybrei und andere Leckerein angeboten, die sie anfangs noch zu sich nahm. Ich habe sie zu mir geholt und mich mit ihr unterhalten und fragte sie, warum sie nicht fressen möchte. Sehr sicher und direkt und irgendwie auch mit einer gewissen Stärke, trotz ihren geschwächten Körpers antwortete sie mir dann.

"Ich bereite mich vor, auf unseren letzten Weg. Wir gehen ihn zusammen. Ich unterstütze dich dabei, damit du andere unterstützen kannst, dass du weißt was zu tun ist, dass du das Gespür bekommst, wann es richtig ist. Ja, mein Hamsterleben dauerte nicht allzu lange an, aber ich wählte diesen Zeitpunkt gewiss, denn später habe ich vielleicht keine Kraft mehr dich mitzunehmen. Sei stark, wie ich, wir stehen das durch, du wirst sehen, das ich weiterhin an deiner Seite bin ohne wenn und aber.
Ich war die letzte die damals in dem Gehege gesessen hat, und obwohl du es noch nicht wusstest, wusste ich es bereits, du bist zurück gegangen und hattest überlegt mich mitzunehmen, da sah ich mich schon in deinen Händen sitzen und das obwohl Du zu diesem Zeitpunkt nicht einmal von der Tierkommunikation wusstest.
Du siehst es fügt sich alles zusammen."

Es war schwer für mich, das für diesen Moment zu akzeptieren.
Die Tage vergingen und Luna hat mehr oder minder nur noch an ihren Träubchen und an den Cocktail Tomaten genagt und trank nur noch wenig. Wenn ich das Trinkwasser mit Vitaminen aufbereitete, verwehrte sie dieses.
Unter Tränen stand ich vor ihrem Gehege, da sie nun mehr Haut und Knochen war, nicht mehr der lebendige Hamster wie ich sie kannte. Ich sagte zu ihr, das ich sie nun zu mir nehme und wir zu einem Tierarzt fahren damit er sie erlösen kann. Eine plötzliche Müdigkeit überrannte mich, meine Füße wurden schwer wie Betonklötze, sodass ich mich nur noch auf die Couch setzte und weinen musste.

"Weine nicht! Ich sagte dir, das wir diesen Weg gemeinsam gehen! Mir geht es gut, mein Körper wird schwächer und er ist super vorbereitet. Ich brauche nur noch wenig Flüssigkeit, denn auch keien Nahrung zu sich zu nehmen bedeutet Vorbereitung für die letzte Reise, dies ist ein natürlicher Prozess. Sei nicht traurig, stehe das durch, nimm meine Kraft und begleite mich."

Die weiteren 2 Tage habe ich meine kleine nicht aus ihrem Häushen kommen sehen, sodass ich dann noch nachschauen wollte, sie erschrak ein wenig, blinzelte mich an und streckte ihre Nase in meine Richtung und sagte hierbei
"Es ist noch nicht so weit, denkst du ich gehe ohne dass du es mitbekommst?"
Ich wusste in diesem Moment nicht so recht ob ich weinen oder lachen sollte, sie verkroch sich anschließend in ihr Bett und schlief weiter.

Wieder 2 Tage darauf bin ich noch bis spät abends unterwegs gewesen, als ich nach Hause gekommen bin und meinem Mann davon berichtete dauerte es keine 5 Minuten bis ich spürte das etwas nicht in Ordnung ist. Sofort eilte ich zu ihr und schaute in ihr Häuschen. Dann lag sie dort, nur noch schwach atmend, wartend auf mich. Da ich zuerst völligst überfordert war, kontaktierte ich eine Kollegin Melanie Steidten die mit ihr Kontakt aufnehmen sollte. Ich wusste das Luna gerne ihren letzten Atemzug in meinen Händen getan hätte, aber ich war noch nicht so weit, ich konnte es nicht, während ich versuchte Melanie zu erreichen, legte ich ein Herz aus Rosenblättern auf Lunas Häuschen. Als Melanie mir dann mehr kurz und knapp sagen konnte, dass sie sich gerade von ihr verabschiedet, da spürte ich es.

Ein Band, ein unsichtbares Band, das zwischen mir und Luna bestand löste sich in Luft auf, es war ein sehr eigenartiges Gefühl, ich wusste das ein Teil der zu mir gehört nun für immer fort ist und dennoch bin ich im gleichen Moment aufgefangen und umarmt worden. Ich sagte noch zu Melanie das war ihr letzter Atemzug, als ich wieder nach ihr schaute, rührte sich ihr Körper nicht mehr. So gern sie es sich gewünscht hätte in meinen Händen zu gehen, konnte ich dies für diesen Moment, einen Moment der Schwäche, nicht aufbringen, indem sie genau in diesem Augenblick losgelassen hat, mir zu Liebe. Noch am gleichen Abend haben wir sie beerdigt.

Liebe Melanie Steidten, liebe Julia Taubinger, ich danke euch das ihr uns auf diesem Weg unterstützt habt.

2 Tage später, musste ich intensiv an sie denken, ich wusste sie ist im Licht, ich wusste sie ist bei ihrer Seelenfamilie angekommen, eine Leichtigkeit überkam mich, ein Gefühl des Glücklich seins, es war einfach alles perfekt. Sie hieß mich willlkommen mit diesen Worten.
"Ich bin hier, immer bei dir, und ich werde stets an deiner Seite sein, ich bin glücklich und mir geht es gut. Ich danke dir, dass du all deine Kraft und deinen Mut zusammen genommen hast und mir und auch dir dies ermöglicht hast. Ich bin stolz auf dich und deine Intuition auf das was du geschaffen hast. Du hast wegen mir deine Arbeit nieder gelegt, das möchte ich nicht, du wirst gebraucht, raffe dich auf und sei stark.

Noch am gleichen Abend hatte ich meine erste Kundin, die sich bei mir informierte ob ich denn auch über die Tierkommunikation eine Sterbebegleitung anbieten würde, und dies konnte ich natürlich nicht ablehnen.

Danke Luna, für dieses großartige Geschenk du bist und bleibst mein Engel-Hamster.

© Yvonne Hosny